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Ich habe Schmetterlinge im Bauch - aber diesmal geht's um mich

18. Sept.
3 Min. Lesezeit

Ich sitze morgens mit meinem Kaffee da, schaue nach draussen, höre die Vögel zwitschern, und merke, dass ich mich freue. Es ist nichts Besonderes passiert und ich habe auch nichts Grossartiges vor. Ich fühle einfach dieses warme, lebendige Gefühl in mir.


Als hätte ich Schmetterlinge im Bauch 💛.


So habe ich es vor Kurzem in einem meiner Videos beschrieben. Und ich musste selbst ein bisschen lachen, als ich es sagte, weil man Schmetterlinge im Bauch normalerweise mit einem anderen Menschen verbindet.


Aber ich habe sie tatsächlich für mich selbst 😊.


Ich freue mich über mich, über mein Leben und darüber, wie es sich heute anfühlt, ich selbst zu sein.


Das war nicht immer so. Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich gar nicht mehr wusste, wie sich Freude oder Leichtigkeit anfühlt. Aber ich hatte mich daran gewöhnt, viele meiner Gefühle sehr schnell beiseite zu schieben, wenn sie hochkammen.


Wenn sich etwas nicht gut anfühlte, überlegte ich eher, ob ich mich vielleicht täuschte. Wenn ich Nein fühlte, fand ich genügend Gründe, trotzdem Ja zu sagen. Wenn mich etwas wütend machte, versuchte ich, Verständnis für den anderen zu haben. Und wenn ich müde war, machte ich eben weiter.


Irgendwann hatte ich mich so daran gewöhnt, über meine eigenen Gefühle hinwegzugehen, dass ich oft gar nicht mehr wusste, was ich eigentlich fühlte.


Heute habe ich natürlich auch nicht immer nur Schmetterlinge im Bauch. Ich bin manchmal traurig, ich werde wütend, ich habe Angst, bin unsicher oder enttäuscht und manchmal nervt mich etwas gewaltig. Auch das gehört zu mir.


Auf meinem Weg zurück zu mir durfte ich wieder lernen, meine Gefühle wahrzunehmen.


Dafür muss ich zwischendurch innehalten und hinhören, was gerade in mir los ist.


Vielleicht willst du, während du das liest, einen Moment innehalten und dich fragen: Wie geht es mir eigentlich?


Und sag jetzt nicht automatisch „gut“. 😉


Fühle in dich hinein und warte einen Augenblick.


Was nimmst du wahr? Spüre in deinen Körper. Die Kleider an deiner Haut, die Unterlage auf der du sitzt. Vielleicht spürst du ein Ziehen im Bauch, Druck auf der Brust, angespannte Schultern oder ein Kribbeln irgendwo in dir.

Bleib noch einen Moment in deinem Körper. Taucht ein Gefühl auf? Freude? Traurigkeit oder Ärger? Vielleicht ist da auch eine Zufriedenheit, eine innere Ruhe oder gar nichts.


Nimm es einfach wahr. Bewerte nicht, stelle keine Fragen, und wenn du magst, dann bleib einfach kurz in diesem Gefühl und in deinem Körper.


Wie oft nimmst du dir im Alltag einen solchen Moment?


Ich kenne es von mir, wie schnell ich über das hinweggehe, was ich eigentlich fühle. Da ist etwas zu erledigen, jemand will etwas von mir, der Kopf ist schon beim Nächsten "to do"– und ich mache einfach weiter.


Bei mir musste irgendwann mein Körper sehr deutlich Stopp sagen. So weit will ich es heute nicht mehr kommen lassen. Ich will früher merken, was in mir passiert und ernst nehmen, was ich fühle.


Und was machst du mit dem, was du gerade wahrgenommen hast?


Denn nur zu fühlen, dass etwas nicht stimmt, verändert noch nichts. Entscheidend ist, ob wir anfangen, uns selbst damit ernst zu nehmen.


Das kann mitten im Alltag etwas ganz Kleines sein. Nicht automatisch Ja sagen, wenn du eigentlich Nein fühlst. Eine Pause machen, wenn du merkst, dass du erschöpft bist. Aussprechen, wenn dich etwas verletzt oder ärgert. Oder etwas öfter tun, bei dem du fühlst, wie gut es dir eigentlich tut.


Ich glaube, genau da beginnt etwas, was viele von uns verlernt haben. Nicht mehr ständig über sich hinwegzugehen.


Du musst nicht warten, bis du an einen Punkt kommst, an dem gar nichts mehr geht. Du kannst viel früher anfangen, dir zuzuhören und das, was du dabei wahrnimmst, Stück für Stück auch in deinem Alltag ernst zu nehmen.


Und nein, das bedeutet nicht, dass du von heute auf morgen dein ganzes Leben umkrempeln musst. Aber vielleicht gibt es heute eine einzige Situation, in der du nicht wieder über dein eigenes Gefühl hinweggehst.


Ich sitze inzwischen noch immer mit meinem Kaffee da.

Und meine Schmetterlinge?

Die dürfen natürlich bleiben. 😂💛


Es geht um dich.


Munay Sonqo 💛

Tanja

 
 
 

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Tanja Beyeler

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Wu wei

Wer je in seinem Leben eine tiefgreifende Existenzkrise durchgemacht hat, erinnert sich vielleicht: die Wende zum Besseren trat genau in jener Phase ein, da man aufgehört hatte zu kämpfen. Aufhören mit sinnlosen Kämpfen, leben im Augenblick, sich nach dem Fluss des Lebens richten - das bedeutet wu wei. Von Theodor Fischer aus Wu wei, Die Lebenskunst des Tao"

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