Warum ein echter Schamane sich niemals so nennen würde – und warum ich es trotzdem tue
- Tanja Beyeler

- 5. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Ich nenne mich manchmal Schamanin, obwohl ich weiß, dass ein wahrer Hüter dieser Tradition diesen Titel nicht so vor sich hertragen würden.
In einer Welt, in der Spiritualität oft zu einem bunten Social-Media-Trend und Instagram-Lifestyle verkommt, möchte ich ein Geständnis ablegen: Echter Schamanismus hat nichts mit Federschmuck, Ego oder exklusiven Wochenend-Zertifikaten zu tun. Er ist ein Weg der tiefen Demut, des Dienens und – wie man in der Inka-Tradition sagt – des Munay: der Kraft der bedingungslosen Liebe.
In diesem Artikel möchte ich aufräumen mit den Mythen und dir zeigen, warum schamanische Energiearbeit für mich kein Titel, sondern eine Lebenseinstellung ist.
Das Dilemma mit dem Namen: Ein sibirisches Wort im Westen
Vielleicht fragst du dich jetzt: Wenn der Titel eigentlich missverständlich ist, warum taucht er dann auf meiner Website auf? Die Antwort ist simpel: Weil wir im Westen eine gemeinsame Sprache brauchen.
Ich biete schamanische Energiearbeit an, weil dieser Begriff im Westen eine verständliche Brücke ist.
Das Wort „Schamane“ leitet sich ursprünglich vom tungusischen Begriff Šamán (Saman) aus Sibirien ab und bedeutet übersetzt so viel wie „der Wissende“.
Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass der Schamanismus wohl das älteste spirituelle System der Menschheit ist und seit Jahrtausenden weltweit auf allen Kontinenten existiert.
Ob die Medicine Men and Women der nordamerikanischen First Nations,
die Angakkuit der Inuit in der Arktis,
die Heiler afrikanischer Traditionen,
die keltischen Druiden unserer eigenen europäischen Wurzeln
oder die Curanderos des Amazonas
Jede Traditionen hat ihre eigenen, wunderschönen Rituale, Gesänge und Werkzeuge, die an ihre jeweilige Heimat angepasst sind. Es geht nicht darum, zu einer/einem Schamanen/in zu werden, sondern darum, die Prinzipien, die diese Stämme leben, in unserer Kultur anzuwenden. Mein eigener Weg hat mich zum Inka Schamanismus geführt.
In den Anden gibt es keine „Schamanen“
Wenn du zum Beispiel nach Peru reist und die indigenen Gemeinschaften der Q'ero besuchst, wird sich dir niemand als Schamane vorstellen. In der Tradition der Inka nutzt man ein ganz anderes Wort: Paqo (oder P’aqo).
Ein Paqo ist kein Magier, der über den Dingen steht. Es ist ein Mensch, der die tiefen Prinzipien der Natur verstanden und verinnerlicht hat. Das größte Geheimnis der Paqos ist so simpel wie tiefgründig: Wir sind nicht getrennt von unserer Umwelt.
Für einen Paqo sind die Berge (Apus), die Erde (Pachamama) und die Flüsse lebendige Wesen, mit denen wir in ständigem Austausch stehen. Sie gehen davon aus, dass Krankheit und Blockaden dann entstehen, wenn wir diese Verbindung vergessen haben.
Der Weg des Munay: Mehr als nur ein Gefühl
Nachdem wir die Brücke über die Begriffe geschlagen haben, will ich dir den eigentlichen Herzschlag meiner Arbeit vorstellen: Munay.
Das Wort Munay stammt aus der Sprache der Quechua-Indigenen in den Anden und bedeutet übersetzt „Liebe“. Für mich bedeutet es, den Weg der Liebe zu gehen.
Im Westen verwechseln wir das Wort „Liebe“ oft mit Romantik, Emotionen oder einer flüchtigen Stimmung. In der Tradition der Inka ist Munay jedoch viel größer. Es ist eine der drei großen kosmischen Kräfte (zusammen mit Yachay, der Weisheit, und Llankay, dem Handeln).
Munay ist eine Entscheidung: Es ist die bewusste Wahl, dem Leben, sich selbst und anderen Wesen mit einem offenen Herzen zu begegnen.
Munay ist Willenskraft: Es ist eine aktive, transformierende Energie. Es bedeutet nicht, alles stillschweigend zu ertragen, sondern die Kraft zu besitzen, durch die Augen der Liebe zu handeln – selbst in schwierigen Zeiten.
Munay ist universelle Verbundenheit: Wenn du im Munay bist, spürst du, dass alle Elemente, der Baum, der Fluss und der Mensch dir gegenüber ein Teil von dir sind.
Warum schamanische Energiearbeit ohne Munay wertlos ist
In meinen Heilsitzungen nutze ich Techniken, um schwere Energien (Hucha) zu lösen und leichte, lebendige Energien (Sami) einzuladen. Doch all diese Techniken – ob Rassel, Trommel oder die Arbeit mit meiner Mesa (dem Medizinbündel) – wären völlig leer ohne die Absicht von Munay.
Echte energetische Heilung geschieht nicht durch den Verstand oder durch starre Rituale. Sie geschieht, weil ein geschützter Raum der bedingungslosen Liebe gehalten wird. In diesem Raum darf alles sein, was ist: deine Trauer, deine Blockaden, deine Wut und deine Sehnsucht.
Wenn du zu mir in eine Session kommst, ist der Weg des Munay mein Versprechen an dich: Ich begegne dir frei von Urteilen, von Herz zu Herz, um dich daran zu erinnern, wer du in deiner reinsten Essenz wirklich bist – ein wundervoller, verbundener Teil dieser Erde.
Die Reise beginnt in dir (und warum Sessions allein oft nicht reichen)
Lass mich dir zum Schluss ein Geheimnis verraten, das manche spirituelle Verkäufer gerne verschweigen: Die beste schamanische Energiearbeit nützt dir nichts, wenn du dich danach umdrehst und genau so weiterlebst wie bisher.
Heilsessions können deine Blockaden lockern und dein Energiefeld reinigen – aber den Schritt in ein neues Leben, den musst du selbst gehen. Die wahre Transformation geschieht in deinem Alltag. Sie passiert, wenn du die gewonnene Klarheit nutzt, um deine Muster zu verändern.
Genau hier fließt mein tiefstes Herzblut hinein. Meine gesamte Arbeit wird getragen von Munay – der Kraft der bedingungslosen Liebe.
Aus dieser Haltung heraus verbinde ich die schamanische Energiearbeit mit einem ganzheitlichen Mentoring. Dafür musst du nicht schamanische Pfade einschlagen. Mein Ziel im Mentoring ist es schlichtweg, dich mit dieser starken Herzensenergie dabei zu unterstützen, die gewonnene Klarheit im Kopf, im Herzen und in deinem ganz normalen Alltag zu verankern. Ich helfe dir, die Verantwortung für dein Leben wieder voll und ganz zu übernehmen. Denn du bist nicht das Opfer deiner Blockaden – du bist die Schöpferin deiner Zukunft.
Munay Sonqo



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